An der Wurzel packen

Von Stefan Natke, Berlin
|    Ausgabe vom 21. Oktober 2016

„Das Übel an der Wurzel packen, die Macht der Großkonzerne knacken.“ Mit dieser Losung sind wir als SDAJ Ende der siebziger Jahre in den antifaschistischen Kampf gezogen. Denn die Wurzel des Übels ist nicht der Rassismus oder wie damals bei den Nazis der Judenhass sondern das kapitalistische Wirtschaftssystem in seinem imperialistischen Stadium, welches den Faschismus als Herrschaftssystem immer latent in sich birgt. Daher die Warnung Bertolt Brechts: „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.“ Nun, wie fruchtbar dieser Schoß noch ist, das sehen wir jetzt. Weil das Übel eben nie an seiner Wurzel gepackt wurde. Und jetzt soll an Symptomen herumgedoktert werden, gemeinsam mit denen, die es mit zu verantworten haben, dass der Schoß noch so fruchtbar ist? „Aufstehen gegen Rassismus“ ist eine sehr sympathische, aber eine unzulängliche, rein moralische Losung, die in die falsche Richtung führt, was sie auch soll. Deswegen ist es wichtig, klaren Kurs zu halten. Die DKP Berlin hat sich übrigens mit einem Block an der Demonstration des besagten Bündnisses am 3. September in Berlin beteiligt, allerdings mit der Losung: „Aufstehen gegen Krieg und Faschismus.“


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