Rätselhafter Weg Kubas

Von Jürgen Kelle, Frankfurt
|    Ausgabe vom 14. Oktober 2016

Wie kommt der Autor zu seiner Einschätzung: „Rousseffs ungerechtfertigte Ausschaltung bedeutet endgültige Neokolonialisierung und strategischen Missbrauch ganz Lateinamerikas“? Das ist doch eine ziemlich kleingeistige Einschätzung. Wie kann er die fortschrittlichen Kräfte z. B. in Venezuela, Ecuador, Bolivien und Nicaragua ignorieren? Wie kann er die Stellung Kubas ignorieren, insbesondere im Kampf um eine gemeinsame Position für Lateinamerika und die Karibik im Rahmen der CELAC? Und schließlich: der Kampf gegen den Neokolonialismus ist noch lange nicht verloren, sondern ich bin überzeugt, dass er besiegt wird.
Dann kommt aber der größte Hammer: Der Autor sieht zu der o. g. Neokolonialisierung und dem strategischen Missbrauch Zusammenhänge zu der Wahl Macris in Argentinien, dem Putsch gegen Paraguays Präsidenten Lugo, den Wirtschaftsterror gegen Venezuela, der Wahl von Kuczynski als Präsident in Peru, den Aktionen der Bergleute gegen die Regierung in Bolivien und den Gräueln in Honduras und Mexiko. Und jetzt wird es obskur: „Leider auch mit dem rätselhaften Weg, den Kuba eingeschlagen hat“.
Das ist ja ein Ding, in unserer Wochenzeitung wird Kubas Politik ohne nähere Begründung und Erklärung in einen Zusammenhang mit konterrevolutionären, neokolonialistischen und terroristischen Aktionen und strategischen Mißbrauch gebracht. Wie kann die UZ als eine kommunistische Wochenzeitung eine solche Aussage unkommentiert stehen lassen? Leute, ich dachte, die Redaktion hat bei Kuba eine klare Position.


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