Meine Arbeit macht mich krank

Die Wahl zwischen einer Erkältung und giftigen Dämpfen

von Caro (23) aus Berlin, gelernte Tischlerin, die in einem Restaurierungsunternehmen arbeitet
Aus Position
|    Ausgabe vom 14. Oktober 2016

„Monatelang dieselbe eintönige, anstrengende Arbeit zu machen ist die eine Sache. Dabei auch noch giftige Dämpfe einzuatmen und mit ätzenden Substanzen zu arbeiten, vor denen man sich nur mehr oder weniger schützen kann, eine ganz andere.
Regelmäßig arbeiten wir in der Restaurierung mit Chemikalien, von denen wir nicht immer wissen, was genau sie machen und wie genau sie wirken. Auf einer unserer Baustellen arbeiteten wir beispielsweise mit Abbeizer, einer Paste, die auf Oberflächen aufgetragen wird und diese dann bis aufs Holz aufweicht. Natürlich wurden dabei Dämpfe freigesetzt, denen wir nicht entgehen konnten. Eigentlich wird Abbeizer nur im Freien oder in einem ‚Lackierraum‘ mit Abzug verwendet. Und eigentlich trägt man dabei Gummihandschuhe, eine Atemmaske und eine Schutzbrille. Doch wer mal versucht, acht Stunden am Tag eine Atemmaske zu tragen, wird schnell feststellen, dass es unter den Dingern sehr warm werden kann. Zusammen mit einer Schutzbrille, Gummihandschuhen und dem nicht atmungsaktiven Schutzanzug war man nach einer halben Stunde schon so verschwitzt, dass man Pause machen musste. Und dann hatten wir die Wahl: Entweder wir nahmen unsere Schutzausrüstung ab und kamen in Kontakt mit den Dämpfen oder wir stellten uns verschwitzt in die kalte Winterluft. Wir hatten also die Wahl zwischen Kopfschmerzen und Übelkeit oder einer Erkältung.“


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Leserbrief zu »Die Wahl zwischen einer Erkältung und giftigen Dämpfen«, UZ vom 14. Oktober 2016





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