Es reicht! Rechte Gewalt stoppen!

Demonstration in Dortmund
Von UR
|    Ausgabe vom 30. September 2016

Unter dem Motto „Es reicht! Rechte Gewalt stoppen!“ riefen 40 demokratische und antifaschistische Organisationen, Initiativen und Parteien zu einer gemeinsamen Demonstration gegen das zunehmende Nazi-Unwesen in Dortmund und anderswo auf.
In der Spitze 2 500 meist junge Menschen folgten diesem Aufruf und zogen unter einem bunten Fahnen- und Transparentenmeer durch Dortmund.
Anstoß zu dieser breiten Kampagne waren gehäufte Provokationen und Überfälle des kriminellen, braunen Mobs auf junge Antifaschisten, die vor kurzem in einer Messerattacke gipfelten.
Im Gedenken an die Opfer faschistischer Verbrechen wurden, ausgehend vom ehemaligen Gestapo-Gefängnis Steinwache und dem Stein für die Opfer des NSU, der Gedenkstein für Mehmet Kubasik und der Tatort, an dem der Punker Thomas Schulz erstochen wurde, aufgesucht.
Die DGB-Vorsitzende Dortmund-Hellweg Jutta Reiter mahnte an dem Ort, an dem das Gewerkschaftshaus am 1. Mai 1933 von Faschisten gestürmt und besetzt wurde, aus der Geschichte zu lernen und der rechten Gefahr gemeinsam entgegen zu treten.
„Es reicht“ allerdings schon lange. Spätestens seit dem Jahr 2000 versuchen die Neonazis Dortmund zu ihrer Hochburg auszubauen und die durch Erwerbslosigkeit und Armut gebeutelte Stadt mit Großaufmärschen, Gewalt gegen Ausländerinnen, Ausländer und Andersdenkende, durch Mord und Totschlag zu terrorisieren.
Dass ihnen das so weit gelingen konnte, hat mit dem jahrzehntelangen Verharmlosen der Nazigefahr durch die Politik, mit einer von Blindheit auf dem rechten Auge geschlagenen Justiz und mit einer Polizei, die jeden noch so rüden Naziaufmarsch mit brachialen Mitteln schützte, zu tun. Auch die lange geübte Sortierung nach „guten“ und „schlechten“, also autonomen Antifaschistinnen und Antifaschisten, und die Zersplitterung der Bündnisse nahmen einer effektiven Gegenwehr viel Kraft. Dass es diesmal gelang, in gegenseitigem Respekt gemeinsam zu demonstrieren: Gewerkschaften, Parteien, Jugendorganisationen, antifaschistische und soziale Bündnisse, migrantische Verbände, das ist ein wichtiger Schritt nach vorne. Ihn gilt es auszubauen.


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Leserbrief zu »Es reicht! Rechte Gewalt stoppen!«, UZ vom 30. September 2016





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