Nicht egal und unerträglich

Von Harald Bauer, München
|    Ausgabe vom 9. September 2016

Der Autor, ehemaliger Hochschulprofessor in Marburg und als Rentner sicher nicht schlecht gestellt, schließt offensichtlich von seiner komfortablen Situation auf die Masse der Rentner in diesem Lande. Zitat: „Für nicht wenige ist die Lage erträglich.“ Bitte dazusetzen: Für Millionen ist sie unerträglich. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es kaum einem Erwerbstätigen egal ist, wann er in Rente gehen kann. Darum lautet auch eine Forderungen der DKP: Rente mit 60 für alle. Für ein niedrigeres Einstiegsalter plädiert auch Peter Mertens, Vorsitzender der belgischen Bruderpartei „Partei der Arbeit“, in seinem empfehlenswerten Buch „Wie können sie es wagen?“
Argumente pro Rente mit 69 aufzuzählen ohne sie zu widerlegen, geht in einer kommunistischen Zeitung gar nicht. Und dann noch zum Schluss zu kommen, Gegendruck sei kaum zu erwarten, ist bloßer Defätismus. Vorschlag: Die UZ sollte sich viel mehr mit Altersarmut, Pflegenotstand und Rentenklau beschäftigen, die Systemursachen aufzeigen und die Position der DKP darlegen.


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