Knebelverträge wie bei Aldi

Von Michael Stiels-Glenn, per E-Mail
|    Ausgabe vom 2. September 2016

Volkswagen ist hier der marktbeherrschende Konzern, der seine Positionen leicht allen (meist kleinen und größeren mittelständischen) Zulieferern diktiert. Ähnliches geschieht im gesamten Lebensmittelsektor, wo Aldi & Konsorten beinharte Knebelverträge mit Zulieferern haben. Ich denke an den Verfall der Preise für Milch und Milchprodukte und an den Preisverfall bei Schweine- und Geflügelfleisch, was die Produzenten geradezu in die Massentierhaltung zwingt, um nicht Verluste zu „erwirtschaften“.
Im Deutschlandfunk gab es einen Beitrag, in der einer der Zulieferer, der anonym bleiben wollte, deutlich machte, welche Konsequenzen die Politik der großen Konzerne hat. Ich gehe davon aus, dass die Zulieferer nicht aus Spaß an der Freud diesen Schritt gewagt haben, den der Interviewte „selbstmörderisch“ genannt hat. Es steht die Frage nach den Profiten, es steht die Frage, wie die Kosten von „Diesel-Gate“ nicht auf das Management, die Eigentümer, sprich die Aktionäre, geschoben, sondern auf die Zulieferer und die Arbeiter abgewälzt werden können. Wenn dann der „Linke“-Vize Ernst als einzige Äußerung kritisiert, VW hätte sich eben einen zweiten Partner bei den Zulieferern besorgen sollen, ist das arm. Die SZ von heute schreibt im Kommentar, dass es ein nie dagewesenes Wagnis sei, wenn ein Zulieferer aufmuckt. Das bedarf in der UZ vielleicht einer tieferen Betrachtung, auch mit Blick auf die Verwerfungen und die sich daraus ergebenden Chancen.


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