Hans Reffert, die Letzte …

Eine musikalische Zeitreise
Von Werner Lutz
|    Ausgabe vom 12. August 2016

Das Album ist als Vinyl-LP
erhältlich für 11 Euro +
Versandkosten unter
www.jumpup.de

Kurz vor seinem Tod am 21. Februar erschien „Chromatic Babylon“, das letzte Album von Hans Reffert. Hans Reffert gehörte zu den Urgesteinen der deutschen Rockmusik. Als Musiker war er seit 1960 bei Sigi Schwab, später spielte er bei verschiedenen deutschen Rockgruppen, von denen die bekannteste sicher Guru Guru war (ab 1984).

Mit Mani Neumeier verbanden ihn eine lange Freundschaft und gemeinsame Projekte – auch die Musik mit Refferts eigener Band „Zauberfinger“ ab 2001.

Hans Refferts künstlerisches Wirken auf die Musik zu reduzieren geht nicht. Er war ein Künstler mit großer Bandbreite: „Gitarrist, Zeichner, Musiker, Forscher, Künstler, Sänger, engagierter Bürger, Multitalent …“ – so stand es in einer gemeinsamen Todesanzeige von Mannheimer Künstlern. „Das Leben war für Hans ein Gesamtkunstwerk“ schreibt Bernd Köhler in einem Nachruf, und weiter: „Welttonmeister, Tonstuckateur und großer Chronist seiner Zeit – so kündigte ich ihn bei unseren experimentellen Programmen oft an.“ Die langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen beiden fand ihren Ausdruck im Bandprojekt „ewo2“.

Auf seinem letzten Album kommt noch einmal die große kompositorische Leistung von Reffert zum Ausdruck. Die insgesamt 15 Musikstücke werden als Konzeptalbum präsentiert, sie sind thematisch eingerahmt durch kurze Ins­trumentalstücke, die Hans vor allem mit akustischen Gitarren gestaltet hat. Die Texte werden sowohl in Englisch, als auch in Deutsch durch Gesang oder als Sprechtexte präsentiert. Es sind poetische Metaphern, Appelle, Anklagen. Die Inhalte – Reffert war ein Kind der 68er-Generation – beschreiben die kalte Konsumgesellschaft, den Überwachungsstaat, die zerstörte Umwelt. Diese inhaltlichen Aussagen werden untermauert durch das vielseitige und innovative Gitarrenspiel von Hans Reffert – eingebettet in stimmige Kompositionen. Die Gitarre benützt er überzeugend als künstlerisches Werkzeug bei seiner Kritik an der Gesellschaft.

Diese Methode erinnert an Jimi Hendrix. Mit „History“ präsentiert Reffert am Ende des Albums eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Jazz, Blues und Rock – mit der Aufzählung einer Vielzahl musikalischer Größen aus den 60er, 70ern und 80ern. Mitgewirkt haben außer Hans Reffert als Musiker bei „Chromatic Babylon“ Werner Goos (Symphonic-Guitars/Synth), Joachim Fuchs-Charrier (Drums/Loops) und Mani Neumeier (Percussion).

Das Album ist als Vinyl-LP
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