Stuttgarter Vorfreudefest

Radikale Linke diskutiert ihre antikapitalistische Praxis, um auf dem UZ-Pressefest mehr Zeit zum Feiern zu haben
Von lmö
|    Ausgabe vom 10. Juni 2016

Es hätte auch ein Zelt auf dem Pressefest sein können: Infostände der lokalen DKP-Zeitung „Stuttgart links“, Kuba-Solidarität, junge Welt, usw. In der Ecke ein Bildschirm, auf dem Bilder der letzten Aktion durchlaufen, im Hintergrund Musik.
Es war aber kein Zelt, in dem in Vorfreude auf das Volksfest der DKP in Dortmund zu Vortrag, Podiumsdiskussion und Musik der Arbeiterliedergruppe „Rotkrakelchen“ eingeladen war.
Das Linke Zentrum „Lilo Herrmann“ in Stuttgart ist ein solides und schönes Haus, getragen von antifaschistischen und antikapitalistischen Gruppen, mit einem Kneipenbereich, Büroräumen und einem Saal, in dem sich die Haus-Linke auf Einladung der DKP zur gut besuchten Podiumsdiskussion traf.
Das Thema „Antikapitalismus heute“ war ein allgemeines, das schnell konkret wurde. Da ging es um die Bewertung der Blockadeaktionen gegen den AfD-Parteitag, bei denen die Polizei gewaltsam gegen die Protestierenden vorging; da ging es um die Frage, ob die revolutionäre Demo am 1. Mai eine Konkurrenzveranstaltung zur DGBKundgebung ist und warum die DKP sich nicht beteilige. Überhaupt wurde erstaunlich oft betont, dass es zu wenig DKP gebe bzw. die DKP zu wenig präsent sei.
Ein Gewerkschafter schätzte ein, die DKP sei nicht die kommunistische Partei in Deutschland, unter anderem deshalb weil sie nicht betrieblich verankert sei. „Gemessen an den Ansprüchen, die die gesellschaftlichen Notwendigkeiten  momentan erfordern, ist die DKP nicht die kommunistische Partei, die dieses Land braucht, aber auch keine andere Organisation erfüllt diese. Gleichzeitig ist die DKP diese Kommunistische Partei, da sie die Kraft mit einer klaren Klassenorientierung ist, was vor allem heißt, dass sie sich der Aufgabe stellt, Klassenbewusstsein zu schaffen“, sagte dazu der DKP-Bezirksvorsitzende Björn Blach.
Einig waren sich die Diskutierenden vor allem darüber, dass die gemeinsame politische Praxis in Stuttgart weiter  gemeinsam diskutiert werden muss.


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