Eure Kriege führ‘n wir nicht!

Die SDAJ beim LLL-Wochenende 2016
Von Jan Meier
|    Ausgabe vom 15. Januar 2016

SDAJ auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz.

SDAJ auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz.

( Gabi Senft)

150 Jugendliche stehen auf dem Wittenbergplatz in Berlin. „Siemens! Daimler! Deutsche Bank! Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ wird gerufen. Viele tragen trotz der eisigen Kälte Sportsachen und es wird auch trainiert: Auf der Stelle joggen, springen und Schattenboxen. Es ist eine Mobilisierungsaktion gegen die Münchener Sicherheitskonferenz, bei der Vertreter des deutschen Großkapitals, der Bundesregierung und Militärs, ihre Kriegsstrategie mit ihren NATO-Partnern abstimmen. Es ist der Auftakt der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) zum diesjährigen Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Wochenende.

Zu diesem gehörten unter anderem ein breites Workshopprogramm für Jugendliche im Rahmen der Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung „junge Welt“. Es geht u. a. um die vielfältigen Verflechtungen zwischen Wirtschaft, Militär und Politik am Beispiel der Sicherheitskonferenz, aber auch um Erfahrungen in der Solidaritätsarbeit mit Geflüchteten. In wohltuendem Kontrast zur rassistischen Hetze rund um die Silvesternacht berichten die über sechzig Teilnehmenden z. B. von zahlreichen Solidaritätsaktionen. Im Vordergrund steht das Ziel nicht Solidarität für jemanden zu organisieren, sondern gemeinsam mit den Betroffenen zu kämpfen. Dabei wird mehrfach hervorgehoben, dass Geflüchtete und die lernende und arbeitende Jugend vielfach die gleichen Interessen haben: bezahlbare Wohnungen, Arbeit und bessere Löhne, gute Ausbildungsplätze und dass es darum gehen muss, gemeinsame Kämpfe zu organisieren.

Auf dem Jugendpodium diskutiert die SDAJ gemeinsam mit linksjugend.solid, Roter Aufbau Hamburg und einer ver.di-Kollegin, wie revolutionäre Jugendorganisationen heute arbeiten müssen.

Die Diskussion ist solidarisch, aber durchaus kontrovers. Wie man in einer linken Organisation einen Arbeitskreis haben könne, der sich für imperialistische Kriege stark mache, wird Julius Zukowski-Krebs (linksjugend) aus dem Publikum gefragt. „Die Antideutschen haben bei uns nicht so großen Einfluss wie man glauben mag“, ist die Antwort.

Einigkeit besteht in der Frage, dass man die Arbeit in den Betrieben verstärken müsse und dass hier, aber auch in der antimilitaristischen Arbeit, gute Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten liegen. Wie das genau aussehen kann und welche Aktionsformen geeignet sind, darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen. „Mit Jusos setzen wir uns nicht an einen Tisch!“ meint der Vertreter des Roten Aufbau Hamburg, während Max Matthes vom Bundesvorstand der SDAJ dafür wirbt, Fragen der Bündnispolitik nicht abstrakt an Organisationen sondern an Inhalten zu diskutieren. Bei Aktionsformen ginge es außerdem immer darum, wie man möglichst große Teile der Jugend in die politische Aktion miteinbeziehen kann. Dass die gemeinsame Praxis wesentlich für die Entwicklung von Klassenbewusstsein sei, macht auch Lena Kreymann an Hand der Erfahrungen der SDAJ auf dem Abschlusspodium der Konferenz deutlich.

Neben der inhaltlichen Diskussion kamen am Abend bei der Party unter dem Motto „Drop the bass, not bombs“ auch Spaß und Tanz nicht zu kurz.

Für den Sonntag hatte die SDAJ zur Teilnahme am Jugendblock auf der LLL-Demonstration aufgerufen. DIDF-Jugend, linksjugend.solid, die Naturfreundejugend NRW und der SDS unterstützten den Block und so machten über 600 Jugendliche lautstark deutlich: Eure Kriege führ‘n wir nicht! „Für uns war das Wochenende ein großer Erfolg“, erklärte Paul Rodermund, Bundesvorsitzender der SDAJ, „denn wir konnten erneut ein Teilnehmerplus verzeichnen und vielen Jugendlichen unsere Positionen näherbringen.“


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