„Bitte setzt meinen Papa nicht auf die Straße“

Vaillant-Werk in Gelsenkirchen darf nicht geschlossen werden
Von DKP Gelsenkirchen
|    Ausgabe vom 25. Dezember 2015

Mehrere hundert Menschen folgten am 19. Dezember dem Aufruf der IG Metall Gelsenkirchen und solidarisierten sich mit der von Arbeitslosigkeit bedrohten Belegschaft des Vaillant-Werkes. Vom Musiktheater Gelsenkirchen setzte sich der Demonstrationszug nach der Auftaktveranstaltung in Richtung Alte Post am Bahnhofsvorplatz in Bewegung.

Familienangehörige, Freunde, Bekannte und viele Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben der Region nahmen an dieser Demonstration teil. Ebenso zahlreiche Verbände, Parteien und Religionsgemeinschaften. Kinder und Jugendliche trugen Plakate mit der Aufschrift: „Vaillant! Bitte setzt meinen Papa nicht auf die Straße!“

„Das Vaillant-Werk darf nicht geschlossen werden“ und auch „Die Verlagerung von Produktions- und zentralen Bereichen aus Remscheid darf es nicht geben!“

Dies forderte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Raimund Heuser von Vaillant Remscheid auf der Abschlusskundgebung.

Das Vaillant-Werk in Gelsenkirchen soll Anfang 2018 geschlossen werden. 200 Kolleginnen und Kollegen werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Einher mit diesen Plänen geht der Verlust von noch einmal 200 Arbeitsplätzen in Remscheid.

Es sprachen Yasemin Rosenau, BR-Vorsitzende Vaillant Gelsenkirchen, Frank Baranowski, OB Gelsenkirchen, Kurt Giesler, Bezirksleiter NRW IG Metall, Robert Sadowski, IG Metall Gelsenkirchen und Josef Hülsdünker, DGB-Regionsvorsitzender. Einhellig wurden die Schließungspläne von Vaillant verurteilt. Kampf um jeden Arbeitsplatz in einer Stadt, in der schon jetzt über 45 000 Menschen von Hartz IV „leben“.

Das Werk in Gelsenkirchen hat seit seinem Bestehen 1987 noch nie rote Zahlen geschrieben.

Bereits in einer Sondersitzung des Stadtrates wurde eine einstimmige Resolution zum Erhalt des Werkes in Gelsenkirchen verabschiedet und der Belegschaft „jegliche Unterstützung im Kampf um die bedrohten Arbeitsplätze“ zugesichert. Doch nur einen Tag später, am 18. Dezember, erteilte die Geschäftsführung von Vaillant dem OB der Stadt Gelsenkirchen Frank Baranowski, Wirtschaftsminister Duin und Wirtschaftsförderungsdezernent Dr. Schmitt eine Abfuhr. „Wir werden diesen Beschluss nicht zurück nehmen“, so hieß es bei einem Gespräch in Düsseldorf. Die Verlagerung der Rohrproduktion in die Slowakei und nach Frankreich sollen dem Unternehmen „Einsparungen“ – sprich, noch mehr Profit – im dreistelligen Millionenbereich bringen.

Dieses perfide Spielchen funktioniert aber nur dann, wenn sowohl die „Ansiedlung“ von Arbeitsplätzen, als auch die irgendwann folgende Betriebsschließung mit zig Millionen Euro Steuergeldern gesponsert wird, Nokia und Opel Bochum sind da Beispiele.

Bereits in einer Solidaritätserklärung Ende November forderte die DKP- Kreisorganisation die sofortige Rücknahme aller Schließungspläne für das Vaillant-Werk in Gelsenkirchen und keine Entlassungen im Werk Remscheid.


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