Stop Wars!

Die SDAJ auf dem LLL-Wochenende
Von Paul Rodermund
|    Ausgabe vom 25. Dezember 2015

BRD im Jahr 2015: Deutschland will zunehmend eine aktive Rolle bei den Konflikten der Welt spielen, um die politische Landschaft stärker nach den eigenen Interessen zu gestalten. Das zeigte sich bspw. beim Bürgerkrieg in der Ukraine oder auch jüngst durch den Bundeswehreinsatz in Syrien. Vor diesem „Engagement“ Deutschlands und anderer NATO-Staaten fliehen massenhaft Menschen, die auch hierzulande Zuflucht suchen. Der Soforthilfe aus der Zivilbevölkerung zur notdürftigen Versorgung der Flüchtlinge steht der Rassismus von Staat und Nazis gegenüber. Täglich gab es im letzten Jahr mehr als eine rassistische Gewalttat in Deutschland.

Profiteure dieser Politik sind die deutschen Banken und Konzerne. Sie verdienen erst an Rüstung und Waffenexport, dann wie z. B. DHL durch logistische Unterstützung am Kriegseinsatz selbst, sie verdienen durch den staatlich geförderten „Wiederaufbau“ der zerstörten Gebiete und nicht zuletzt an den Geflüchteten – als quasi rechtlose und billige Arbeitskräfte in Deutschland, die jetzt bspw. vom Mindestlohn ausgenommen werden sollen. Das ist „Integration“ gemäß deutschem Kapitalinteresse.

Dass Deutschland Krieg führt, ist keine Neuigkeit. Schon damals, als Deutschland kriegsdurstig den 1. Weltkrieg angezettelt hatte, gab es Menschen, die dagegen gekämpft haben. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sprachen sich auch dann noch gegen die Kriegskredite aus, als schon ein Großteil ihrer Partei, die SPD, bereits auf Kriegskurs war. Mit Streiks und Demonstrationen leisteten sie Widerstand und kämpften für eine Gesellschaft ohne Krieg, Krisen und Arbeitslosigkeit. Damals wie heute führt die Konkurrenz zwischen den Banken und Konzernen und den einzelnen imperialistischen Staaten über kurz oder lang zum Krieg. Damals wie heute sind diese Kriege nicht in unserem Interesse – wir müssen sie bezahlen und im Zweifel in ihnen sterben. Damals wie heute sagen wir: kämpfen lohnt sich. Damals für das Frauenwahlrecht, den 8-Stunden-Tag und die Beendigung des Weltkriegs, heute gegen Leiharbeit & Werkverträge, für bessere Bildung und gegen den einen neuen Anlauf Deutschlands zur Weltmacht. Damals wie heute heißt es „Sozialismus oder Barbarei“ und „der Hauptfeind steht im eigenen Land“.

Jedes Jahr erinnern zehntausende auf der traditionellen Luxemburg-Liebknecht Demonstration in Berlin an die beiden Revolutionäre. Die SDAJ mobilisiert gemeinsam mit anderen Jugendorganisationen zum Jugendblock unter dem Motto „Eure Kriege führen wir nicht!“. Die Demo beginnt um 10 Uhr am Frankfurter Tor, Berlin.

Bereits tags zuvor, am 9. Januar, bietet die SDAJ ein umfangreiches Programm an. Im Rahmen der Rosa-Luxemburg-Konferenz der „jungen Welt“ organisiert die SDAJ ein Jugendpodium um 14 Uhr im Kleistsaal und diskutiert u. a. mit Gewerkschaftsaktiven und Vertretern autonomer Gruppen wie revolutionäre Jugendliche heutzutage kämpfen und sich organisieren sollten.

Im Café K der Deutschen Kommunistischen Partei richtet die SDAJ außerdem drei Workshops aus. In einem ersten Workshop soll ein Blick hinter die Kulissen der NATO-Sicherheitskonferenz in München geworfen werden. Was ist der Militärisch-Industrielle-Komplex? Und wie sieht unser Widerstand gegen die wichtigste Konferenz des deutschen Imperialismus aus? In einem weiteren Workshop geht es um die Solidarität mit Flüchtlingen: Wie kann aus Hilfe Widerstand werden und wie können wir den Kampf gemeinsam mit den Flüchtlingen führen, werden die entscheidenden Fragen sein. Nicht zuletzt sind wie immer internationale Schwesterorganisationen der SDAJ eingeladen, die von ihren Kämpfen und Erfahrungen berichten werden. Für alle Kuba-Interessierten gibt es außerdem Infos aus dem Solidaritätsprojekt „Tamara Bunke“ in Havanna. Wer schon immer gern mal ein paar Monate Sozialismus live erleben wollte ist hier richtig aufgehoben.

Auch auf dem Abschlusspodium der Rosa-Luxemburg-Konferenz ist die SDAJ in diesem Jahr mit Lena Kreymann vertreten. Gemeinsam mit Dieter Frielinghaus, Esther Bejarano und Ellen Brombacher diskutiert sie zu „Zähne zeigen oder Kröten schlucken: Ist die Linke noch zu retten?“

Am Samstagabend schmeißt die SDAJ dann noch eine Party gegen den Syrienkrieg. Unter dem Motto „Drop the bass, not bombs“ wird im Weißen Hasen (Ex-RAW-Tempel/Warschauer Straße) zu politischem Live-Rap, Techno und Alltime Favorites getanzt und sich auf die Kämpfe im kommenden Jahr eingestimmt.


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Leserbrief zu »Stop Wars!«, UZ vom 25. Dezember 2015





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