Dokumentiert

Nicht erpressen lassen

|    Ausgabe vom 27. November 2015

Am Tag nach den Anschlägen von Paris trafen sich Mitglieder der „Jeunes Communistes“ im 15. Arrondissement. In einer Erklärung fassten sie ihre Diskussion zusammen:

„In diesen schweren Momenten, wo die Angst groß, die Anspannung stark ist, und wir jedes unserer Worte abwägen, nehmen wir mit Empörung die ersten Erklärungen der Regierung und von Präsident Hollande zur Kenntnis. Seit 2012 unterstützen die imperialistischen Regierungen, die Kriegstreiber Frankreich und USA, Operationen zur Destabilisierung Syriens. Geleitet von ökonomischen Interessen verheeren sie den Vorderen Orient und Afrika, sie haben nicht gezögert, die obskursten und reaktionärsten Bewegungen zu unterstützen. (…) Gestern hat sich das vom Imperialismus geschaffene Monster IS gegen die Tausende Kilometer von Syrien entfernte Zivilbevölkerung gewandt. In Paris haben gestern Unschuldige allen Alters, Werktätige verschiedenster Berufe diese durch die imperialistischen Kriege verursachten verrückten Handlungen mit dem Leben bezahlt.

Ab gestern Abend, hat Präsident Hollande ein Paket von Ausnahmeregelungen verkündet: Notstand, Schließung der Grenzen, Verbot der Versammlungen und Demonstrationen, Hausdurchsuchungen ohne Kontrolle der Justiz etc. (…)

Große gewerkschaftliche Demonstrationen sind für die nächste Woche geplant. (…) Diese Demonstrationen sind heute in Gefahr, verboten zu werden. Unter den Sirenenklängen der „heiligen nationalen Union“ (…) haben die politischen und gewerkschaftlichen Leitungen der Kollaboration schon die Arbeiter aufgerufen, nach den letzten Angriffen der Unternehmer auf unsere sozialen Rechte ohne Widerstand den Rücken zu beugen und alle Streiks und gewerkschaftlichen Kämpfe einzustellen.

(…) Wir weigern uns, dieser Erpressung nachzugeben. (…) Das Kapital unterbricht währenddessen nicht seine antisoziale zerstörende Politik. Das Kapital unterbricht nicht seine imperialistischen Kriege. Arbeiterinnen und Arbeiter, in Frankreich und Syrien, wir bezahlen mit dem Preis unseres Lebens Kriege, die nicht die unseren sind.“

Übersetzung: Georges Hallermayer


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Leserbrief zu »Nicht erpressen lassen«, UZ vom 27. November 2015





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