Einreiseverbot für türkische Demokraten!

|    Ausgabe vom 6. November 2015

Am 18. Oktober kungelten Bundeskanzlerin Merkel und der türkische Präsident Erdogan aus, dass sich Letzterer in der Flüchtlingsfrage für die EU die Finger schmutzig machen soll, indem er den Flüchtlingsstrom nach Europa eindämmt. 3 Milliarden Euro will die EU für den Deal springen lassen.

Doch das scheint nicht die einzige Gegenleistung zu sein, die der Grenzzuhälter ausgehandelt hat. Im Zusammenhang damit steht offenbar die Weigerung der deutschen Botschaft in der Türkei, Mitgliedern der oppositionellen Musikgruppe „Grup Yorum“ Visa zur Einreise nach Deutschland zu erteilen.

Damit soll ein Konzert der Gruppe, das am 14. November in Oberhausen unter dem Motto „Ein Herz, eine Stimme gegen Rassismus“ in Oberhausen stattfinden soll, verhindert werden. „Grup Yorum“ erklärt zu dem Vorgang: „Wir sind in den 30 Jahren unseres Bestehens hunderte Male ins Ausland gereist, diese willkürlichen Entscheidungen sind bewusste, politisch motivierte Entscheidungen. Der Grund für diese Entscheidungen, für das Visumverbot ist unsere sozialistische Gesinnung. Die AKP und Deutschland haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen. Sie denken sich: ‚Wir verbieten sie, wir lassen sie nicht nach Deutschland und Grup Yorum verstummt’.“ Und weiter: „Keine Kraft kann verhindern, dass unsere Lieder und die Völker zusammenfinden. Wir rufen alle unsere Hörer dazu auf, sich dem deutschen Konsulat aufgrund dieser willkürlichen Haltung entgegenzustellen. Wir erwarten euch alle am 14. November zu unserem Konzert in Oberhausen. Rufen wir alle gemeinsam das Konsulat an und fordern sie dazu auf, diese Entscheidung unverzüglich aufzuheben. DIE LIEDER VERSTUMMEN NICHT, DIE TÄNZE GEHEN WEITER!“

Ein Herz, eine Stimme gegen Rassismus!
14. November, 17.00 Uhr, Arena Oberhausen, Arenastraße 1, Oberhausen


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Leserbrief zu »Einreiseverbot für türkische Demokraten!«, UZ vom 6. November 2015





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