Interview

UZ Online kommt

Das Gespräch führte Lars Mörking
|    Ausgabe vom 28. August 2015

UZ: Es gibt skeptische UZ-Leserinnen und -Leser, die noch nicht richtig daran glauben mögen, dass es wirklich klappt mit einem neuen Online-Auftritt der UZ. Kannst Du Konkretes zum Vorhaben sagen?

Nina Hager: Wenn ich daran denke, wie lang die Neugestaltung der Printausgabe der UZ letztlich gedauert hat, kann ich Bedenken verstehen.

Nun, wir haben letztes Jahr in der UZ angekündigt, das Vorhaben UZ Online umzusetzen. Die Genossen, die die Gestaltung und die technische Umsetzung übernahmen, haben fleißig gearbeitet und auch Vorschläge sowie Hinweise aus der UZ Redaktion und die anderer, die in die Debatte eingebunden waren, umgesetzt. Nicht alles hat – aus unterschiedlichen Gründen – sofort geklappt.

Jetzt aber können wir sagen: Nach der Vorbereitung und einer längeren Erprobungsphase gehen wir am 1. September, dem Weltfriedenstag/Antikriegstag, mit der Präsentation der aktuellen UZ auf UZ Online in die Öffentlichkeit.

Allerdings geht es immer noch um eine Testphase. Zunächst orientieren sich Auftritt und Angebote stark an der Printausgabe, d. h. dass im Internet wöchentlich die neue UZ vorgestellt wird, allerdings nicht mehr als PDF-Datei, sondern entsprechend der Darstellung anderer Zeitungspublikationen im Internet. Schritt für Schritt wollen wir das Angebot ausbauen. Die Internetadresse bleibt wie gewohnt: www.unsere-zeit.de

UZ: Ist damit perspektivisch vorgesehen, die Printausgabe einzustellen?

Nina Hager: Im Gegenteil. Die UZ ist als Printausgabe unverzichtbar und wird durch das Online-Angebot ergänzt und erweitert. Die gedruckte UZ bleibt die Grundlage für die Aufgabe als Zeitung der DKP, Agitator, Propagandist und Organisator in den heutigen Kämpfen zu sein. Denn auf dem Infostand steht ja gewöhnlich kein Laptop oder Tablet.

Um mit anderen bei Aktionen auf der Straße oder Veranstaltungen unmittelbar ins Gespräch zu kommen und zu sagen, „lies das doch mal, wir haben dazu diese Position“, ist es wichtig, direkt etwas in der Hand zu haben. UZ Online ist zum Beispiel wichtig, um dann zu erklären: „Schau mal auf unserer Internet-Seite nach, da kannst du zum Thema mehr lesen“ oder „Schau nach, da kannst du die Debatte weiter verfolgen ….“ Wir wollen damit nicht nur besser heutigen Lesegewohnheiten entsprechen. Inhalte können auch leichter geteilt und genutzt werden. Übrigens auch für Kleinzeitungen oder Webseiten unserer Partei…

Die UZ erhält damit mehr Wert, aber natürlich wollen wir mit UZ Online auch viele neue Leserinnen und Leser für unsere Zeitung gewinnen.

Voraussetzung dafür ist, dass wir inhaltlich besser werden. Wir müssen den Kern, die Ursachen und Widersprüche der heutigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen besser, umfassender erfassen. – und das ist sehr schwierig, denn wir sind selbst Akteure in den heutigen höchst widersprüchlichen und sehr komplexen gesellschaftlichen Prozessen. Da kann man sich nicht als „Zeitgenossin“ bzw. „Zeitgenosse“ auf eine höhere Warte zurückziehen und meinen, als Marxistin bzw. Marxist wisse man schon im Vornherein, wie’s laufen wird…

UZ: Wird die Onlineausgabe vollständig frei zugänglich sein?

Nina Hager: Zunächst schon. Die Testphase geht bis zum zweiten Januarwochenende 2016, also bis zum Wochenende, an dem die Luxemburg-Liebknecht-Ehrung in Berlin stattfindet. Im Vorfeld der Rosa-Luxemburg-Konferenz der „jungen Welt“ wollen wir für unser Online-Angebot werben und werden es beim „Café K“ der DKP näher vorstellen.

Danach werden wir ein Online-Abo einführen. Wer bereits ein Abo der Printausgabe der UZ hat, bekommt den freien Zugang zum Onlineangebot dazu – ohne Mehrkosten.

UZ: Was bedeutet „Testphase“? Läuft UZ Online noch nicht rund?

Nina Hager: UZ Online läuft rund. In der Testphase wollen wir erproben, wie unser Angebot angenommen wird. In der UZ-Redaktion sind wir sehr durch das Printmedium geprägt, nur wenige von uns haben mit Internetauftritten größere Erfahrungen gemacht. Deshalb wünschen wir uns viele Rückmeldungen: Zur Gestaltung, zum Angebot. Wünsche und Verbesserungsvorschläge sind uns willkommen. Wir werden nicht alle Vorschläge sofort oder überhaupt umsetzen können, aber wir brauchen Erfahrungen der Nutzerinnen und Nutzer, die uns ermöglichen, Verbesserungen Schritt für Schritt vorzunehmen.

Es wäre sehr schön, wenn unsere Leserinnen und Leser, die das UZ Online-Angebot testen, ihr Umfeld einbeziehen und um Kritik bitten sowie um Anregungen.

Und: Macht Werbung. Für das Online-Angebot der UZ, aber natürlich vor allem auch für die Printausgabe. Bestellt die UZ und die UZ-Extras für Aktionen. Nutzt sie für die Diskussion über aktuelle politische sowie über theoretisch-weltanschauliche Fragen.


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Leserbrief zu »UZ Online kommt«, UZ vom 28. August 2015





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